Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht ➔ Herzensglöcklein. Durch die Straßen schleicht ein armer, alter Mann [...]

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    Herzensglöcklein. Durch die Straßen schleicht ein armer, alter Mann [...]
Herzensglöcklein. Durch die Straßen schleicht ein armer, alter Mann [...]
Herzensglöcklein. Durch die Straßen schleicht ein armer, alter Mann [...]
Datierung
Datierung durch Form der Karte nach 1905
Hersteller_in
Verlag / Druck / Herausgeber : Krey u. Sommerlad (Dresden-Niedersedlitz [Niedersedlitz])
Komponist_in
Hans Bastyr
Textdichter_in
Hans Bastyr
Frankierung und Postweg

Kartentypus
Ansichtskarte / Motivkarte
Beschaffenheit
  • Karton
Bildbeschriftung
Gedruckte Beschriftung der Vorderseite:
Lied für mittlere Stimme für Klavierbegleitung. Text und Musik von Hans Bastyr.

Durch die Straßen schleicht ein armer, | [alter Mann,
Daß er Hunger hat, sieht ihm Jeder an.
Vor dem Kinderspielplatzbleibt er | [sinnend stehn,
Und dort hat man weinen ihn gesehn.
Da tritt leis ein kleines Kind heran,
Die Äuglein blau, die Wangen rot,
Blickt den Alten so recht herzig an
Und reicht ihm hin ein Stückchen Brot.
Der Alte nimmts - und tiefbewegt
Aufs Kinderhaupt die Hand er legt:
:| Gott behüte in desLebens Ernst u. Last
Stets das Herzensglöcklein in der Kindes- | [brust. |:

Von der Welt verstoßen, oft verhöhnt, | [verlacht,
Irrt ein Jüngling einsam d.die Winternacht.
Eines Jugendfehlers halber, tief bereut,
Wehrt man Obdach ihm und Tätigkeit.
Da erblickt er, spät, ein Fensterlein.
Es schimmert Licht, - er faßte ein Herz,
Leise klopft er und sein Mütterlein
Sieht ihm in's Aug', getrübt vom Schmerz.
Der Sohn sinkt in die Knie vor ihr,
Sie schluchzt: „Vierzehn hab ich längst ich | [dir“.
|: 's war für ihn zu beten sich allzeit bewußt,
Ach, das Herzensglöcklein in der Mutter- | [brust. |:

Auf dem Friedhof dort in später Abendstund
Tut sich schweigsam, ernst bewegtes Leben | [kund.
Männer tragen, letzter Blumengrüße karg,
An die Mauer, schmucklos, einen Sarg.
Sieh, nun sammelt sich d. Gaffer Schwarm,
Man sagt sich dies und jenes laut:
„Er nahms Leben sich vor Not u. Harm,
Er hat zu viel der Welt vertraut!”
Da tritt ans Grab sein einzger Freund
Und flüstert leis', indem er weint:
:| Schlaf in Frieden, sorgenmüder  | [Wandrer du,
's hat dein Herzensglöcklein nun für immer Ruh! |:
Gedruckte Beschriftung der Rückseite:
Text u. Musik Eigentum d. Musikverl. Joh. Förster, | Lockwitz-Dresden. Nachdruck u. Nachkomposition | des Textes wird strafrechtl. verfolgt.

Normincipit
Durch die Straßem schleicht ein armer, alter Mann
Sammlungskategorie

2.3 Populäre Lieder, Schlager und Gedichte

ID
os_ub_0003845

Sammlung
Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht
Alte Signatur
2_3-091p

Permalink
URN: urn:nbn:de:gbv:700-2-0003845-7
Permalink: http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:700-2-0003845-7
Copyright
CC BY-NC 4.0 (Metadaten)