Nach Frankreich zogen zwei Grenadier'

Alternativer Titel: Die Grenadiere

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Heinrich Heine (textete)

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Die Grenadiere ist eine Romanze von Heinrich Heine. Sie erschien 1822 erstmals in Buchform in dem Band Gedichte. Diese wurden später als Junge Leiden 1817–1821 ins Buch der Lieder aufgenommen, das erstmals 1827 veröffentlicht wurde.

Inhalt

Das Gedicht handelt von zwei französischen Grenadieren, die bei Napoleons Russlandfeldzug in Gefangenschaft geraten waren. Als sie entlassen werden und über Deutschland nach Frankreich zurückziehen, erfahren sie, dass ihr Kaiser gefangen genommen wurde. Der eine Soldat will daraufhin zurück zu seiner Familie. Der andere möchte nach seinem Tod in Frankreich begraben werden, um wiederaufzuerstehen, wenn der Kaiser ihn zur nächsten Bataille ruft. Mit leicht ironischem Unterton und drastischen Metaphern („Kanonengebrüll“, der über die Gräber seiner Soldaten hinwegreitende Kaiser) charakterisiert Heine die dämonische Faszination, die für die Grande Armée von ihrem Feldherrn ausging. Obschon die Schrecken des Krieges deutlich werden, ist der Kulminationspunkt, dass die gefallenen Soldaten sich immer wieder erheben werden, „den Kaiser, den Kaiser zu schützen“. So handelt es sich letztlich um eine Apotheose Napoleons.

Entstehung

Die genaue Entstehungszeit des Gedichtes ist nicht bekannt. Am wahrscheinlichsten entstand es 1820, jedenfalls nicht vor 1819. Heine selbst nannte später 1816 als Entstehungsjahr. Nach Meinung mancher Forscher datierte er das Gedicht vor, „um sich sein Recht, Initiator der Napoleon-Legende zu sein, nicht von Béranger oder dem österreichischen Dichter Freiherr von Zedlitz streitig machen zu lassen“.

Vertonungen

Der Text inspirierte zahlreiche Komponisten des 19. Jahrhunderts. Die berühmteste Vertonung der Ballade unter dem Titel Die beiden Grenadiere (op. 49 Nr. 1, 1840) stammt von Robert Schumann. Die ersten Strophen des Gedichts vertont er in Form eines Trauermarschs in herbem g-Moll, in den wie Trommelwirbel wirkende Triolen illustrativ eingesetzt werden. Im nach Dur gewendeten Schlussteil verwendet er die Marseillaise, um das auch musikalisch zu dämonischer Größe aufsteigende Bild des Heerführers und Kaisers zu untermalen. Auf sie folgt eine „radikal verlangsamte, […] durch Durchgangstöne und Zwischendominanten brüchig gewordene Schlusspassage“, mit der das Lied verklingt. Schumann teilte als junger Mann Heines Enthusiasmus für Napoleon: „Wer wird denn einmal unsern europäischen Augiasstall wenigstens von dem obskuranten Pfaffen- u. Pabsttum reinigen? Der größte Mann aller Jahrhunderte, der herrliche Napoleon hat es angefangen – aber er konnte es nicht vollenden“, schrieb er 1828 in einem Brief. Die gemeinsame Verehrung für Napoleon war auch Thema bei der einzigen Begegnung Schumanns mit Heine 1828 in München.

Richard Wagner vertonte ein halbes Jahr vor Schumann in Paris die französische Übersetzung von F.-A. Loeve-Veimar als Les deux grenadiers (WWV 60) und griff ebenfalls auf die Marseillaise zurück. Als Wagner davon erfuhr, dass Schumann das Gedicht ebenfalls vertont hatte, schrieb er an ihn:

Weitere Kompositionen auf Heines Text schufen Julius Freudenthal, Carl Gollmick (op. 60, Duett), Leopold Lenz, László Makray, Carl Gottlieb Reißiger und Hieronymus Truhn.

Text

Literatur

  • Egon Voss: „Das hat etwas zu bedeuten!“ Les deux grenadiers und Die beiden Grenadiere. In: Udo Bermbach, Hans Rudolf Vaget (Hrsg.): Getauft auf Musik. Festschrift für Dieter Borchmeyer. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3398-1, S. 315–340 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Susan Youens: Maskenfreiheit and Schumann’s Napoleon-Ballad. In: The Journal of Musicology Vol. 22, No. 1 (Winter 2005), S. 5–46 (JSTOR 10.1525/jm.2005.22.1.5 )

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Einzelnachweise

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