Johann Abraham Peter Schulz


1747 – 1800

Bearbeiten

Externe Links


→ Wikipedia
→ GND
→ VIAF
→ International Music Score Library Project

Entity Facts

→ Gemeinsame Normdatei (GND) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
→ Allgemeine Deutsche Biographie (ADB)
→ Neue Deutsche Biographie (NDB)
→ Digitaler Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit
→ Wikipedia (Deutsch)
→ Wikipedia (English)
→ Kalliope Verbundkatalog
→ Archivportal-D
→ Deutsche Digitale Bibliothek
→ NACO Authority File
→ International Standard Name Identifier (ISNI)
→ Virtual International Authority File (VIAF)
→ Wikidata

Quelle: Entity Facts

Verknüpftes Normincipit


Der Mond ist aufgegangen (komponierte)

Wikipedia


Der folgende Text sowie das Bild werden automatisiert aus der deutschen Wikipedia abgerufen. Um Links in dem Wikipedia-Artikel folgen zu können, klicken Sie bitte oben auf → Wikipedia.


Johann Abraham Peter Schulz (* 31. März 1747 in Lüneburg; † 10. Juni 1800 in Schwedt) war ein deutscher Musiker und Komponist. Heute erinnert man sich seiner insbesondere als Komponist der Melodie zu Matthias Claudius' Gedicht „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“) sowie des Weihnachtsliedes „Ihr Kinderlein, kommet“ („Alle Jahre wieder“ ist, wenn auch bisweilen so zu lesen, nicht von Schulz komponiert, sondern von Friedrich Silcher). Ganz gewiss aber stammt von Johann Abraham Peter Schulz die Vertonung von Matthias Claudius Text "Serenata im Walde zu singen": "Wenn hier nur kahler Boden wär, wo itzt die Bäume stehn, das wäre doch bei meiner Ehr', Ihr Herrn nicht halb so schön." Ein weiteres Kirchenlied, durch das Schulz heute noch bekannt ist, ist „Wir pflügen und wir streuen“.

Leben

Schulz besuchte von 1757 bis 1759 die Michaelisschule und danach von 1759 bis 1764 das Johanneum in Lüneburg. 1765 wurde er Schüler des Berliner Komponisten Johann Philipp Kirnberger. Von 1776 bis 1780 war er Dirigent des französischen Theaters in Berlin. 1780 wurde er Kapellmeister des Prinzen Heinrich in Rheinsberg. Von 1787 bis 1795 war er königlich-dänischer Hofkapellmeister in Kopenhagen. Neben seiner Dirigenten- und Komponistentätigkeit für die Königliche Kapelle Kopenhagen unterrichtete er dort Christoph Ernst Friedrich Weyse (1774–1842), der vielen als Vater der dänischen Musik gilt, und förderte Friedrich Ludwig Æmilius Kunzen. Danach kehrte er nach Berlin zurück.

In den 1790er Jahren litt Schulz an fortschreitender Tuberkulose. In der Hoffnung auf Linderung plante er eine Seereise nach Portugal, die nach einem Schiffbruch im norwegischen Arendal endete. Wieder in Deutschland wohnte er in Lüneburg (1796), Berlin, Rheinsberg (1797), Stettin (1798/1799) und Schwedt (1799/1800).

Am 10. Juni 1800 erlag Johann Abraham Peter Schulz der Schwindsucht und wurde auf dem Großen Kirchhof, dem heutigen Schwedter Stadtpark beerdigt.

Schulz schuf Opern, Bühnenmusik, Oratorien, Kantaten, daneben auch Klavierstücke und volkstümliche Lieder. Als Musiktheoretiker arbeitete er an Johann Philipp Kirnbergers Die Kunst des reinen Satzes in der Musik mit und verfasste bedeutende Beiträge zu Johann Georg Sulzers (1720–1779) „Allgemeine Theorie der schönen Künste“ in vier Bänden (Lemmata „Modulation“ bis „Zweystimmig“).

Schulz heiratete zweimal, zuerst 1781 Wilhelmine Friederike Caroline Flügel († 1784) aus Berlin; mit ihr hatte er eine Tochter und einen Sohn, die beide im ersten Lebensjahr starben. 1786 heiratete er Carolines Schwester Charlotte Flügel († 1797). Von ihr wurde der Sohn Carl Eduard geboren, der mit drei Jahren starb, sowie 1794 die Tochter Wilhelmine Charlotte (genannt Minchen), die während seiner letzten Jahre in Schwedt beim Vater lebte. Sie heiratete später den Glasfabrikanten Ludwig Heinrich Betzien und starb 1861 in Berlin.

Schulz unterhielt zahlreiche Freundschaften mit Literaten und Musikern seiner Zeit, darunter Johann Heinrich Voß, Matthias Claudius, Friederike Brun und Johann Friedrich Reichardt. Er war ein Verehrer Carl Philipp Emanuel Bachs und Friedrich Schillers.

In Schwedt ist die städtische Musik- und Kunstschule nach Johann Abraham Peter Schulz benannt. Das Glockenspiel des Lüneburger Rathauses spielt seit 1956 täglich Melodien des Komponisten und vor der Ratsbücherei steht eine Büste des Komponisten.

Selbstzeugnis

Werke

Klavierwerke

  • Sechs Klavierstücke op. 1, 1778.
  • Sonate op. 2, 1778.

Lieder

  • Gesänge im Volkston, 1779.
  • Lieder im Volkston, 1782, 1785, 1790.
    • Faksimile der Ausgabe 1790: Lieder im Volkston: bey dem Claviere zu singen; drei Teile in einem Band. In: Dokumentation zur Geschichte des deutschen Liedes 12. 2005, ISBN 3-487-12958-2.
Neuausgaben:
  • Lieder im Volkston. Hrsg. von Regina Oehlmann und Arndt Schnoor. Lübeck: Bibliothek der Hansestadt Lübeck und Junge Oper Lübeck; Eutin: Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft 2005. (Schriften der Stadtbibliothek Lübeck, 3. Reihe, Band 49)
  • Lieder im Volkston. Herausgegeben von Walther Dürr und Stefanie Steiner, Tübingen, unter Mitarbeit von Michael Kohlhäufl, Regensburg. München: Henle, 2006 (Das Erbe deutscher Musik 105).

Opern und Singspiele (unter anderem)

  • Barbier von Sevilla, 1786.
  • Höst-gildet (Das Erntefest), 1790.
  • Indtoget (Der Einzug), 1793.
  • Peters Bryllup (Peters Hochzeit), 1793. Libretto Thomas Thaarup

Kirchenmusikalische Werke

  • Maria und Johannes, 1788.
  • Christi Tod, 1792.
  • Frelseren’s sidste Stund (Des Erlösers letzte Stunde), 1794.
  • 4 Hymnen, 1791 bis 1794.

Literatur

  • Heinz Gottwaldt, Gerhard Hahne (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Johann Abraham Peter Schulz und Johann Heinrich Voss; Kassel und Basel, 1960
  • Wulfhard von Grüner, Freunde und Förderer der Musik- und Kunstschule „J. A. P. Schulz“ der Stadt Schwedt/Oder e.V. (Hrsg.): Liedermann des Volkes; Johann Abraham Peter Schulz: Leben, Umfeld und Schaffen, Schwedt/Oder, 2010, ISBN 978-3-00-030656-3
  • Joachim Kremer, Friedrich Jekutsch, Arndt Schnoor (Hrsg.): Christian Flor (1626–1697) – Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800). Texte und Dokumente zur Musikgeschichte Lüneburgs. Bockel, Hamburg 1997, ISBN 3-932696-04-2, (Veröffentlichungen der Ratsbücherei Lüneburg 6), (Musik der frühen Neuzeit 2).
  • Arndt Schnoor: Schulz, Johann Abraham Peter. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 715 f. (Digitalisat).
  • Wilhelm Schulte: J. A. P. Schulz, a Protagonist of the Musical Enlightenment. Lieder im Volkston. In: Music Research Forum 3, 1988, ZDB-ID 1449049-3, S. 23–34.
  • Michael Struck: Diversitas als Bindeglied. Johann Abraham Peter Schulz als Klavierkomponist, in: Rezeption als Innovation. Untersuchungen zu einem Grundmodell der europäischen Kompositionsgeschichte. Festschrift für Friedhelm Krummacher zum 65. Geburtstag, hrsg. von Bernd Sponheuer, Siegfried Oechsle und Helmut Well unter Mitarbeit von Signe Rotter, Kassel etc. 2001, S. 53–80.
  • Heinrich Welti: Schulz, Johann Abraham. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 744–749.

Weblinks

  • Werke von und über Johann Abraham Peter Schulz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Noten und Audiodateien von Johann Abraham Peter Schulz im International Music Score Library Project
  • http://www.japschulz.de/ – Informationen über seine Kirchenmusiken
  • Informationen auf den Seiten der Fachhochschule Lüneburg
  • Informationen auf Lueneburg.de


Einzelnachweise

Verknüpfte Objekte


Lädt...