Victor Léon


1858 – 1940

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Der fidele Bauer (textete)
Mutterl, du musst mir was Schön's jetzt kauf'n (textete)
Denk ich zurück, drei Jahre sind's g'rad (textete)
Der Rastelbinder (textete)
Es lebt eine Vilja, ein Waldmägdelein (textete)
Die lustige Witwe (textete)
Wie die Blumen im Lenze (textete)
Die geschiedene Frau (textete)
Kind, du kannst tanzen (textete)
Man steigt nach (textete)
Oh Ehestand, wie bist du schön (textete)
Mein Freund, Vernunft! (textete)
Damenwahl! (textete)
Heia, Mädel, aufgeschaut (textete)
O Vaterland du machst bei Tag (textete)
Lippen schweigen, 's flüstern die Geigen (textete)
Wie die Weiber man behandelt (textete)
Der Opernball (textete)
Gonda, liebe kleine Gonda (textete)
Geh'n wir ins Chambre Separée (textete)

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Victor Léon (* 4. Januar 1858 in Szenic, Komitat Neutra, Königreich Ungarn; † 23. Februar 1940 in Wien; eigentlich Victor Hirschfeld, oft auch Viktor Léon) war ein österreichischer Librettist, Textdichter und Autor.

Leben

Victor Hirschfeld, Sohn des Rabbiners Jakob Heinrich Hirschfeld (20. Jänner 1819 in Sassin – 6. Oktober 1902 in Wien), studierte Philosophie an den Universitäten von Augsburg und Wien und besuchte das Wiener Konservatorium. Danach war er zunächst als Journalist tätig. Von 1877 bis 1884 gab er die Zeitschrift Die Hausfrau: Blätter für Haus und Wirthschaft heraus, bevor er sich dann unter seinem Pseudonym Victor Léon, das er bis zu seinem Tode beibehielt, in Theaterkreisen einen Namen zu machen begann. Er war mit Hermann Bahr befreundet und hatte engen Kontakt zum Literatenkreis im Café Griensteidl.

1878 debütierte er mit Falsche Fährte an dem in Wien-Margareten von 1837 bis 1895 bestehenden Sulkowskitheater (Lage heute: Wiedner Hauptstraße 123, 123a, 125, Gassergasse 44), blieb jedoch als Theaterschriftsteller noch erfolglos. 1881 war er Dramaturg am Theater in der Josefstadt, 1882 am Carltheater und 1883 am Theater an der Wien. Er schrieb zahlreiche Dramen, Volksstücke und Essays sowie, zum Teil gemeinsam mit seinem Bruder Leo Feld, Operettenlibretti für Komponisten wie Max von Weinzierl, Rudolf Raimann, Alfred Zamara und Johann Strauss (Sohn) zusammen. Erst im Jahre 1897, als er mit Heinrich von Waldberg und dem Komponisten Richard Heuberger zusammen das Musikstück Der Opernball verfasste, gelang ihm der Durchbruch. Alsbald folgten die erfolgreichen Operetten Wiener Blut und Die lustige Witwe. Er arbeitete oft mit Leo Stein zusammen und trug mit ihm als Autor zu Lehárs Welterfolgen bei. Nach überwiegend journalistischer Tätigkeit in den Jahren von 1884 bis 1893 wurde er 1894 artistischer Leiter und Regisseur am Theater in der Josefstadt und wirkte ab 1897 als Regisseur am Carltheater, daneben erteilte er auch Schauspielunterricht

Mit seiner Ehefrau Ottilie, geborene Popper (* 10. April 1869; † 12. April 1942), hatte er eine Tochter, Felicitas, Lizzi genannt. Diese heiratete 1907 den damals noch als Schauspieler und Operettensänger tätigen Hubert Marischka. Lizzi selbst schlug damals das chinesische Ambiente von Die gelbe Jacke vor, die später als Das Land des Lächelns weltberühmt wurde. Doch Lizzi starb, kaum dreißigjährig, nach der Geburt ihres dritten Kindes Franz Marischka 1918 an Blinddarmentzündung . Aus diesem Grunde widmete Victor Léon das Libretto für Die gelbe Jacke seiner Tochter. Léon selbst überlebte sowohl seine Tochter als auch seinen jüngeren Bruder. Zu seinen letzten Bühnenarbeiten zählt die Überwachung der Aufführungen für Lehárs Das Fürstenkind (auch: Der Fürst der Berge) im Jahre 1932. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wurde ihm als Jude Berufsverbot auferlegt. Zuletzt wohnte er in Wien-Hietzing, Wattmanngasse 22. Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 12, Nummer 71).

Ehrungen

1955 wurde die Viktor-Leon-Gasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

Werke

Volksstücke

  • Gebildete Menschen, 1895
  • Fräulein Lehrerin, mit Leo Feld, 1905, OBV.

Komödien

  • Falsche Fährte, 1878, veröffentlicht als Postillon d’amour, OBV.
  • —, Heinrich von Waldberg (1862–1929): Atelier Mazabou, 1887
  • —, Leo Feld, Robert Stolz: Der große Name, 1909, OBV.

Opern-, Operettenlibretti

  • Der Doppelgänger, 1886 (Musik: Alfred Zamara)
  • Simplicius, 1887 (Musik: Johann Strauss (Sohn))
  • Das Modell, 1895 (Musik: Franz von Suppé Nachlass)
  • Der Strike der Schmiede, 1897 (Musik: Max Josef Beer)
  • Der Opernball, 1898 (Musik: Richard Heuberger)
  • Wiener Blut, 1899 (Musik: Johann Strauss (Sohn))
  • Der polnische Jude (gemeinsam mit Richard Batka), 1901 (Musik: Karel Weis)
  • Der Rastelbinder, 1902 (Musik: Franz Lehár)
  • Die Schönen von Fogaras, 1903 (Musik: Alfred Grünfeld)
  • Barfüßele, 1904, (Musik: Richard Heuberger)
  • Der Göttergatte, 1904 (Musik: Franz Lehár)
  • Die lustige Witwe, 1905 (Musik: Franz Lehár)
  • Vergeltsgott, 1905, (Musik: Leo Ascher)
  • Der fidele Bauer, 1907 (Musik: Leo Fall)
  • Die geschiedene Frau, 1908, (Musik: Leo Fall)
  • Das Fürstenkind, 1909, (Musik: Franz Lehár)
  • Der Nachtschnellzug, 1913, (Musik: Leo Fall)
  • Gold gab ich für Eisen, 1914 (Musik: Emmerich Kálmán), Libretto als PDF (25 MB)
  • Wiener Volkssänger, 1919 (Musik: Robert Mahler)
  • Die gelbe Jacke, 1923 (Musik: Franz Lehár)
  • La Barberina, 1928, (Musik: Leo Ascher)
  • Der Fürst der Berge, 1932, Neufassung von Das Fürstenkind aus dem Jahr 1909 (Musik: Franz Lehár)

Literatur

  • Salomon Wininger: Große Jüdische National-Biographie. Band 2. Czernowitz 1927, S. 131f.
  • Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 2. Hrsg.: Österreichische Nationalbibliothek, Wien. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 815.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 4. Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9; S. 24f.
  • Oesterreichisches Musiklexikon. Band 3. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
  • Barbara Denscher: Der Operettenlibrettist Victor Léon. Eine Werkbiografie. Transcript Verlag, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3976-6.

Weblinks

  • Literatur von und über Victor Léon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Victor Léon im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM)
  • Nachlässe Victor Léons befinden sich in der Handschriftensammlung sowie der Musiksammlung der Wienbibliothek im Rathaus
  • Eintrag zu Victor Léon im Austria-Forum (in AEIOU Österreich-Lexikon)

Einzelnachweise

Anmerkungen

Verknüpfte Objekte


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